Wissenswertes
Siele
Als Siel werden die Einrichtungen bezeichnet, mit denen das Wasser der Gräben und Flüsse mit Hilfe technischer Einrichtungen in den Vorfluter gebracht wird. Häufig sind diese Siele mit Schöpfwerken und Schleusen verbunden. Die Siele dienen in unserer flachen Marschlandschaft zur entwässerung des Landes. Das natürliche Gefälle ist so gering, dass das Niederschlagswasser nicht abläuft. So nutzt man den vorhandenen Tidehub aus, bei niedrigem Wasserstand im Vorfluter wird der Siel geöffnet und das dahinterliegende Land entwässert. Im Sommer drehen wir den Spieß um, über die Siele wird frisches Weser- und Huntewasser zugewässert.
Deiche
Deiche sind längs der Meeresküste künstlich aufgeschüttete Dämme zum Schutz vor Hochwasser oder zur Trockelegung von Land. Beim See-Deich ist die Außenböschung besonders flach geneigt, um den auflaufenden Wellen die energie zu nehmen.
Deichbau
Deiche bestehen heutzutage aus einem Sandkern, der von einer ein bis zwei Meter dicken Schicht aus Material wie z. b. Ton und Schutt bedeckt wird. Darauf wird, bzw. zur Erhöhung der Stabilität, Gras angepflanzt. Um die Grasnarbe kurz zu halten und den Boden fest zu trampeln, weiden oft Schaft auf den Deichen. Die Deichhöhe ist von der jeweiligen Landschaft und Fluhtgefahr abhängig. Die Flussdeiche haben an bestimmten Abschnitten eine Höhe von 8 m, Seedeiche sind höher und teilweise über 100 m breit. Die Landseite des Deiches wiederum muss einen Deichwehrweg besitzen, über den zum Beispiel bei drohender Sturmflut Sandsäcke transportiert werden können. Weiter im Hinterland folgt dann eine zweite Deichlinie. Diese verhindert, dass nach einem Deichbruch größere Flächen überflutet werden.
Watt
Wirft man bei Ebbe einen Blick auf das Meer, so erscheint es einem eher als eine leblose Schlickfläche, denn als weltweit einzigartiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Die Watten sind gekennzeichnet durch eine hohe biologische Produktivität. Ein Quadratmeter Watt erzeugt im Jahr mehr pflanzliches Material als eine große Fläche Ackerboden.
Ebbe und Flut
Ebbe und Flut sind die Gezeiten oder auch Tiden genannt. Es ist eine Massenbewegung von Atmosphäre, Erde und des Meeres. Hier besonders bemerkbar durch täglich zweimaliges (alle 12,5 Std.) Ansteigen, die Flut, und Fallen, die Ebbe, des Meeresspiegels. Ursache der Gezeiten ist das Zusammenwirken von Schwer- und Fliehkräften im Zusammenhang mit der Anziehungskraft des Mondes und, wenn auch schwächer, der sonne. Wirken beide gleichzeitig ein (bei Voll- und Neumond), verstärken sich die Gezeiten, es entstehen Springtiden. Die Gezeiten werden im voraus berechnet und im Gezeitenkalender bekanntgegeben.


